Zynikersanatorium
Ein Reigen voll bunter Melodeien

Die Geschichte von Baldurs Hodensack

Baldur kennt seine Grenzen.

Der kleine große Baldur wohnt in einem recht überschaubaren Dorf. Es liegt an der Adria, allerdings an der Adria in einem Paralleluniversum, in dem die Adria mitten durch Harlem fließt.

Und in diesem Paralleluniversum wohnt eine Minderheitengruppe von genetisch mutierten Igeln mit zirkulärer Sprachausgabe.
Ich weiß nicht, was das ist, aber es steht alles im Handbuch, lesen Sie es bitte.

Baldur ist kein mutierter Igel, eigentlich ist er, rein äußerlich, einem Menschen sehr ähnlich, nur ist er anfällig für überstürzte Liebesbekundungen.

Trotz langer Jahre der Forschung konnte kein Genforscher diesen Makel beseitigen.

Eine wichtige Information: Harlem ist ein Kontinent, das Dorf in dem Baldur wohnt heißt Arcadia X.
Die Götter und Fabelwesen haben die Stadt längst schon verlassen, nur noch genmanipulierte Igel und Spastis, die Mülltonnen fressen leben in den  verfallenen Ruinen von Arcadia X.
Wohin die Götter gezogen sind, weiß niemand, man munkelt ihre Forschung sei zu einem Ende gekommen, wir sind nur noch der letzte Rest eines missglückten Experiments.

Baldur ist ein Telemarketer in einer fiktiven Firma. Wohl aber die Angestellten und deren Chef sind echt (ein Hinweis auf den Sinn dieser Geschichte: ), dummerweise sind seit dem letzten Krieg sämtliche Telefonleitungen zerstört worden.

Seine Geschichte beginnt nie, denn er hat keine. Lediglich ein gemeinsames Leid teilte er. Viele Bücher verfasste er darüber, viele Gedichte und viele Weihnachtskränze denen genau dieses Thema zu Grunde lag.
Baldur war einmal verliebt in eine Rollkragenlärche.
Ich möchte Sie noch mal auf das Paralleluniversum hinweisen.
Wir sprechen hier von Lebensformen, die ihrem natürlichen Habitat, nämlich der Küche, entflohen sind (haha, stellt mich an den Pranger, na los!!! haha) und nun die gleiche Bezahlung wie die mutierten Igel bekommen wollen und das bei fünfundzwanzig Prozent weniger Effizienz.
Worte, die auf taube Wände aus Teflon stoßen, es gibt keine Regierungen mehr, die Schweinenazis aus Asylien haben nach dem siebten Weltkrieg die Macht übernommen und da sie mehr Schweine als Nazis sind, besitzen sie auch mehr Intelligenz als diese und wussten schon immer, das Politik böse ist.
Nun, das ist bloß ein Problem der Semantik, irgendjemand nannte sie mal so, aber wo ist da der Bezug, meine Herren und Damen?

Diese Lärche war sehr begehrt, auch von anderen Lärchen, der Teufel wusste wieso, der Teufel gab mir auch mal die Einsicht, man nennt es DAS GEWISSE ETWAS, es existiert also doch.
Leider war die Kaste der Telemarketer in Arcadia X nicht sonderlich hoch angesehen. Selbst die Götter lachten im Sog der Vergessenheit über sie.
Die Telemarketer allerdings waren kreative Geschöpfe. Sie erschufen Dinge, die man nicht essen musste, um sich davon zu ernähren, Dinge die nie verdarben, Dinge, die sich nie verbrauchten, die Energie aus sich selbst erzeugten und nie versiegten.
In unserem Universum (in ihrem, liebe Leser) sind Telemarketer nutzlos, in Baldurs Universum sind sie der göttliche Funke, das Daimonion, nur leider unverstanden von allen anderen sterblichen.
Sie sehen keine Filter, sie sehen die Einfachheit der Welt, aber sind nicht in der Lage, sie den anderen genmutierten Igeln, Lärchen und Feuchtfarmern (ja in dieser Welt gibt es sie wirklich! Sie arbeiten als Sklaven auf dem Planeten Bantooine, sofern sie nicht im Widerstand kämpfen) verständlich zu machen.

Die Rollkragenlärche war eine dieser Sterblichen. Telemarketer sind ihr ganzes Leben auf der Suche nach einem göttlichen Funken in gewöhnlichen Sterblichen (Alle Telemarketer haben Pimmel und keiner von denen ist Homosexuell oder so, also müssen die halt Muschis suchen), doch nicht jeder besitzt das Daimonion und wenn sie es besitzen, dann kann es immer noch am Fluch der Kreaturen von Alpha Bronx (der Name des Planeten in diesem ominösen Paralleluniversum, hachja, die gute alte „viele-Welten-Theorie“!)(Geil, vier Interpunktionszeichen hintereinander, Respekt!)) scheitern. Sie sehen die Welt durch viele Schleier, ihr eigener Wille ist unbändig, dafür haben die Götter gesorgt.

Baldurs Geschiche endet hier, wo sie nie begonnen hatte. Das Spiel mit der Liebe in Arcadia X, ist wie der alljährliche Harpunentanz in Fleischfelsen: Ballerst du deine Harpune in den Felsen, kriegst du sie da nicht mehr raus. Dem Felsen ist das Scheissegal. Du freust dich über seine Nähe, aber es ist nur ein Felsen. Die Höhlen darfst du nie erkunden, dafür musst du dein gutes Karma im Fleischsaal abgeben und das können notorische Träumer nicht.

Baldur steckt fest. Der Felsen lässt manchmal einen kleinen Hähnchenschenkel springen, aber das saftige Steak bekommen nur die Wölfe. Der Felsen ist nicht leblos, das zeigt er auch, aber er zeigt dir nicht den Eingang in seine Höhle.
Meine Damen und Herren, ich wüßte nicht, wie ich ihnen dieses teilweise perverse (aber auch hochintelektuelle, denn alles hat zwei Seiten: Es gibt den Zugang zur Seele und den Zugang zum Geschlechtsorgan, sie wissen was ich meine) Gleichnis noch deutlicher machen sollte.

DER KAHLE NACKTE STEIN (du wünschtest bloß, er wäre nackt) IST EINE LÄRCHE.

Baldur hofft, irgendwann auf die Suche nach einem weiteren göttlichen Funken gehen zu dürfen, dafür hat er sich bei „Telemarketer sucht Lärche“ (ca veux dire: armata) angemeldet, die können auch Harpunenketten aufschweißen (hab ich mal gehört).

OFFENES ENDE

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