Zynikersanatorium
Ein Reigen voll bunter Melodeien

Feb
07

Ich hab nämlich heute was gelernt:
Etwas Fleisch um die Knochen
ist nicht sinnvoll.
Viel mehr ist es sinnvoll (genau über Worte und Zeichensetzung nachzudenken. Es ist so, dass ich nicht nur das Wesentliche liebe, sondern auch irgendwie das Korrekte. Freud hätte seine Freude an mir gehabt. Ich bin zu selbstverliebt. Nicht im Geringsten. Ich bin aber untervögelt. Das allerdings im Äußersten.)

Ich wollte Wahrheit schreiben.
Meine Wahrheit ist auf jeden Fall wahr.
Warum sitze ich wohl um fünf Uhr Morgens
hier?
Zeilenumbrüche sind nur Optik,
nicht interpretationswürdig.
Wohl aber die Leitmotivik,
welche hieraus entsteht.

Die Wahrheit ist:
Ich kann gar nicht hier sein.
Und ich frage mich:
Kann man für immer
schlafen, ohne tot zu sein?

Ich schlafe nämlich mehr,
als ich wach bin.
Ein Vorbote chronischer
Erschöpfungszustände.

Manche überleben das nicht.
Aber wir überleben das Leben
im Allgemeinen nicht.

Prosa:
Es ist sinnvoll, immer den Knochen zu sehen, also was sich unter der Haut befindet. Dazu muss man den Gegenstand jedoch töten und das ist nicht sinnvoll. Es sei denn, es sind Ausländer, die mag doch keiner. Oder Neger, oder vielleicht Juden, nicht wahr?
Hey, ich stelle nur fragen!
Achso, das muss man ja noch voranstellen:
„Ich bin ja eigentlich kein Rassist/Antisemit/Probiotiker, aber…“

Puh… Argument gerettet.

Argument nicht gerettet! Was soll das, du Depp? Was wolltest du sagen, ich, Kontrollinstanz, frage dich, was wolltest du damit aussagen? Das war nicht mal durchdacht, das war nicht clever, nicht mal witzig, das war bodenlose Dummheit und Rassismus. Kannst du verkehren wie oft du willst, ES DREHT SICH IMMER ZURÜCK ZUM AUSGANGSPUNKT. Das war Müll, lösch das.

Ich schweife ab, mir geht’s ja nicht darum.
FICK DICH, AUTOCORRECT!
Die ganze Zeit will ich über Frauen schreiben, aber das will ja keiner hören. Sie sind soweit von meinem Verständnis entfernt, dass ich sie nicht mal physisch fassen kann.
Eine zum Beispiel springt immer angeekelt vor mir zurück, wenn ich sie berühre, obwohl sie beteuert, sie habe mich gern. Was soll ich über Frauen sagen? Ich darf sie weder berühren, noch darf ich sie ansehen, es sei denn natürlich, ich zahle dafür. Und mich sehen sie nicht an, berühren mich höchstens, wenn mindestens zwei Schichten Stoff uns trennen.

Schuldigung. Das war mein Bruder, der Perversling. Ich hingegen (hab schon einen Schritt vorausgedacht, Verzeihung) darf manche sehr wohl berühren. Sogar ohne, dass Stoff uns trennt, bloß nicht in Feuchtgebieten.
Das ist Ok bei denen, aber wenn Plato recht hat, dann bin ich kein geteilter Mensch, sondern irgend etwas anderes, das gar nicht in dieses Universum gehört.

Oh, erhöret meine Worte,
Götter des Olymp!
Entdeckt mir endlich,
wer ich bin!

Warum ist meine Sehnsucht
so gleich der ihren
und doch von and’rer
Welt?

Oh, Gottvater Zeus,
hast du mich, wie die And’ren
in deinem Zorn geteilt?
Wo ist die zweite Hälfte
hin?

Oder, Herr über Blitz
und Feuer, Sohn der Gaia,
Bestrafer des Prometheus
und Vater der Persephone
(du alter Perversling!)
bin ich schon eins,
verflucht mit dem ewigen
Glauben, nur halb zu sein?

Und warum, Hera,
warum, Athene, oder
auch ihr Töchter des
Zeus; warum seid
ihr mir nicht gewogen?
Warum entsagt ihr mir
die Zärtlichkeit, die schon
seit jeher aus dem weiblichen
Schoß entsprungen, wie alles
Leben?

Warum, Prometheus,
aus dem alten Geschlecht
der Titanen, warum –
ich weiß es steht in
deiner Macht –
schaffst du nicht,
was Zeus mir verwehrt?

Lieber Mensch Nr. 67085002071,

Wir entschuldigen uns für die lange Bearbeitungsdauer und möchten Ihnen als Entschädigung gerne die Bearbeitungsgebühr von zwei Jahren Purgatorium im 5. (fünften) Kreis erlassen. Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass sie zwar Bewohner der Erde sind, aber nicht hier entstanden sind.
Da sie nicht auf der Erde geboren wurden, liegen sie nun leider nicht im Zuständigkeitsbereich des Allmächtigen (Zeus).
Wir wünschen Ihnen dennoch alles Gute für Ihren weiteren Lebensweg. Natürlich ist es Ihnen trotzdem erlaubt, unsere weiteren Stationen des Lebens in Anspruch zu nehmen (Hölle, Purgatorium, Arkadien).

Herzliche Grüße,
Hermes, Adjutant des Gottvaters Zeus.

Ich legte den Brief schnell in die linke Schublade meines Schreibtisches und entschied mich, sofort mit meiner autobiografischen Krimigeschichte zu beginnen:

Valle Lanström war ein ausgezeichneter Angler, aber eines Tages wurde er erschossen, im See treibend aufgefunden.
  Es war ein schöner Tag irgendwo in Schweden. Kommissar Brotholm erhielt kurz vor Mittag einen Anruf in seinem Büro in der Örgöldöhölmer Straße.
„Guten Morgen, Lars. Wir haben heute Morgen den alten Lanström im Ölölölölögömöger See tot aufgefunden. Der Mörder hat sich dann gleich gestellt und sämtliche stichhaltigen Beweise der Polizei übergeben. Ich weiß jetzt auch gar nicht, warum ich dich überhaupt angerufen habe, weil der Fall ja jetzt geklärt ist.“
Lars Brotholm legte den Hörer auf und klemmte seine Hände hinter seinen Kopf, während er die Füße auf den ledernen, vergoldeten Platinschreibtisch aus dem Bernsteinzimmer legte. Im  Nebenzimmer spielte klassische Musik. Mendelssohns Klaviertrios.
Etwa drei Stunden später flog aus heiterem Himmel eine Atombombe von der Größe des gesamten amerikanischen (In)Kontinents (hihi) auf das schwedische Pentagon und niemand ward je wieder gesehen.

Ende

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Aug
20

Selbst dein verlockender Duft
hat mein Zimmer verlassen.
Ich suche vergebens
eines deiner langen Haare,

suche vergebens ein leises,
tiefes Atmen,
das Geräusch eines Sich
Umdrehenden,

dein Gesicht im Halbdunkel.

Ich verlasse mein Haus nicht mehr,
um wiederzukehren.
Worauf soll ich warten?

Ich dachte, man kann sich an Nähe
verbrennen.
Ich habe mich geirrt.

Ich suche vergebens dein leises,
tiefes Atmen,

in der Nacht.
Dein verlockender Duft
ist nicht mehr in den Kissen,
nicht mehr in der Decke.

Die Uhren gehen zu schnell
in der Nacht.
Dennoch schmerzt die vergebliche
Hoffnung,
du würdest die Grenzen überschreiten.

Ich traue mich nicht, obwohl ich spotte.

Den Alltag muss ich neu erlernen.

Jul
14
Im frühen Morgenmantel erregiert die Sonne.
(Ich müsste träumen, um es zu erleben)
Breiig dafür die Weide, wie gestuhlt.
Es gilt nun, den Erguß von gestern vergessen zu machen.
Der blaue Morgenmantel, verschmutzt von
Filzigem Ejakulat, erbricht nicht mehr.

Ach, es ist Natur, das grüne
Fluktuieren erregten Atmens.
Destillierte Blutbahnen im Querschnitt
Ihrer braunen Adern.
Das hölzerne Haar: Gewaltige Symbolik.
Eben dieser Körper, in krokodilischer
Gestalt, bat nie ein Vöglein um Intimrasur.

Wild wuseln die Ameisen um den getrockneten Betonbau.
Dabei tragen sie nur Eigennütziges auf ihren Rücken.
Kläffende, hydraulische Wunden der Schlange.
Sie vergießt und absorbiert lebendiges Blut,
Bevor sie den unbewohnten Kaninchenbau penetriert.
Kollektive Intelligenz wich der manipulativen
Demokratie, weicht dem manipulativen Bewusstsein.
Eine Mantidae predigt unablässig von Entrückung.

Wäre Kierkegaard der Schluss anzulasten:
Im späten Morgenmantel (fatal) kollabiert die Sonne.
Und später:
Nichts ist Brei, nichts ist grün, nichts ist braun.
Alles trägt die Farbe des rußenen Mantels.
Jul
03
Sie hat ein Muttermal am
rechten Oberarm. Wenn ich mir
das merken kann, dann muss es
Liebe sein, oder erbärmliches
Selbstmitleid.
…Ansichtssache.
Jun
17

zu dir kommt alles verbrannte Fleisch
„Wir fanden ihn am Ventilator hängend.“
„Seine Zunge stand heraus, der Teppich voll Urin.“
und zu dir
„Der Ventilator schien nicht in Betrieb genommen worden zu sein.“
Gott auf Zion
„Wie er da hing, wie wir ihn vorfanden, baumelnd am Ventilator!“
kommt alles verbrannte Fleisch.

Erhöre mein Gebet!
„In seinem Anus befand sich eine Taschenlampe.
Sie war noch in Betrieb, als wir ihn vorfanden.“
„Es stank fürchterlich, auch der Urin. Er hatte mich vor zwei Tagen nach Batterien gefragt,
ich wusste ja nicht…“
„Verbrennungen dritten Grades im Rektum.“
ewige, ewige, ewige Ruhe

verbranntes Fleisch
„Er war ganz blau…“ „Jaja, Tod durch ersticken.“
„Primäre Todesursache. Mich würde es nicht wundern…“ „Drogen? Wirklich?“
Erhöre mein Gebet.
„Nein, so einer war er nicht! Ein Engel, so zuvorkommend, nein, niemals!“
„Beruhigen sie sich! Wir wissen erst mehr…“
„Ja, machen sie ihn ab und schaffen sie ihn fort.“
Gib uns ewiges Fleisch.
„Wie er da hing…“
„Notieren sie: Seine Zunge stand heraus, der Teppich voll Urin.“
„Er hing am Ventilator, ja, mit einem Gummischlauch.“

Requiem aeternam, aeternam, aeternam
Lux aeterna luceat eis. Zu dir kommt alles.
omnis caro veniet:
Verbrennungen dritten Grades.
exaudi orationem meam: lux perpetua luceat eis.
Exaudi me:
Tod durch Erstickung.
Te decet hymnus, Deus et lux perpetua.
Aeternam, aeternam, aeternam.
Amen.

Apr
21

Ich versuche es heute ohne Worte:

Mit Floskeln vielleicht:

Ähm… Fuck….

Ich wollte heute über Identität reden.

Ich habe keine: So sehr ich immer vergesse,
mich vergessen sie ja auch.
Überflüssig.

Aus einem Fragment von mir:
(Ach nein, bin zu faul aufzustehen.)

Schaut nach oben für meinen geistigen Zustand.
Imagine it simultaneously.
Sogar zu faul für Strg+T bin ich mir.
Wird schon stimmen.
Das kann doch nicht reine Faulheit sein,
denn andere kommen mit reiner Faulheit ganz gut durchs
leben.

Oschombemong

Unfassbar, aber: Das die Hälfte der Entstehungszeit dieser Splitter für den kläglichen
Versuch diese Lautschrift zu erstellen starb (oh, wie dramatisch).
Und dann auch noch so holpriges deutsch geschrieben.
geschrieben,
zählt das, wenn man tippt?
Das fühlt sich ja auch anders an.
Wie wichsen mit einem Handschuh.
Oder noch schlimmer.
Ich hab‘ doch gar keine Handschuhe, das ist alles nur erfunden,
aber mal ehrlich: Du saust dir nur den Handschuh dabei ein und am Ende
hast du mehr auf den Handschuhen, als auf den Schuhen.
Deswegen kaufe ich mir gar keine Lackschuhe.

Ich werde nie verhungern, solange ich mich selbst essen kann.
Danach dann schon.

Die veränderte Form der Wiener Klassik in der Reprise.
Menuett: Urvater von Sodom und Gomorrha?
FUCK YOU STRG+T.
Stimmt schon.
Und schon wieder zeichnet sich Form ab,
egal was ich mache, alles hat eine Konstellation.
Auch wenns manchmal Sandkasten ist.

Gesprächskonzert: Unwort des Jahres.
Mein ganzes Hirn ist ein einziger Cut-Up.
Schlagts in Wikipedia nach.

Ersatzbefriedigung ist ein Zentralthema in Wralic (‚Ralitsch) Krollers literarischem Schaffen. Da er selbst ein reicher Bürger in der ehemaligen Sowjetunion der Vereinigten Staaten Südafrikas war und vor allem durch den Devisenhandel zu seinem Wohlstand kam (hab ich aus „Meister und Margarita“, also spart euch die Besserwisserei (zum ersten Mal klingt die Scheisse hier wie ein richtiger Blogeintrag. Wie von diesen ganzen Hipsterleuten, die im Starbucks Tee trinken, weil sie die Umwelt schonen wollen mit ihren übergroßen Brillen aus Altmetall: Sucht euch ’n Job!)).

Das ist ganz normales Glas.
Plz die ironically, but stay dead.
AND STOP USING ABBREVIATIONS IRONICALLY.
GET A FUCKING JOB!
Ich glaube ich rede mit mir selbst.
Ich schieb’s mal auf den Cut-Up.

Engführung!!!!!!!(Musik)

Unter Engführung fersteht man in der Musik das Auslassen der Ellipse.
Ich bin heute Abend hier, um aus euch einen besseren Menschen zu machen. EINEN.
Das gehört gar nicht zusammen, aber das Wunder der Optik suggeriert das natürlich und lässt viel Spielraum für Interpretation.

Zeige Gefällt-mir durch Kommas bei diesem Artikel.
Your current theme in the form of an update check out our blog post introducing Sunspot to the world.
Howdy! Neuen Artikel erstellen Sofort publizieren a brand new theme über die semantischen Bruchstellen hinwegzulesen
fremden Textes senkrecht und diese Schreibtechnik in vertauschter Reihenfolge wieder zusammenzusetzen Die simpelste Form der elektronischen Textverarbeitung. Ich fing also an über die semantischen Bruchstellen hinwegzulesen. von Rimbaud wird einem gewissermassen Jede erzählende Passage oder jede Passage und alle Variationen entsprechend erweitert.
neue Verbindungen zwischen Bildern waren von Max Frisch und James Joyce bereits entwickelt worden.
wirkliche Rimbaud-Bilder Im deutschsprachigen Raum standen unter anderem Die simpelste Form in vertauschter Reihenfolge Neuen Artikel erstellen aber das Wunder der Optik.

Diese Seite wurde zuletzt am 9. April 2012 um 15:43 Uhr geändert.

Beim zweiten Betrachten fällt mir auf, dass ich kaum größeren Mist verzapft habe
(Apropos Intertextualität).
Warum sage ich das eigentlich?

Apr
13

Ich möchte auf den Blog einer meiner Buddys und seines Buddys hinweisen.
Da gibts Links und Wörter zum lesen und tolle Fundsachen aus dem Internet!

Einfach Toll.

http://meinung-net.blogspot.de/

Apr
10
Es riecht nach Fäkalien, während ich das hier schreibe.
Das Essen riecht nach Fäkalien.
Während der Abend geschah, war er schon ein Flashback (Hier spricht man deutsch!).

Chihuahua

Flashback 1 (Für den Erhalt der deutschen Sprache!):
– Jetzt nerve ich dich wieder mit meinen Beziehungsproblemen.
– Nein, Nein! Schiller kommt auch immer damit zu mir.
Sie streicht mir durchs Haar.
– Ich sollte nach vorne gehen, besser lasse ich sie nicht allein mit ihm.
Ich lache, weil ich etwas überspielen muss, aber Details (Feinheiten, sie Banause!) gehen sowieso in diesem Lärm unter.

Chihuahua

– Soll ich nachher fragen, ob sie vergeben ist?
– Um Himmels…
– Ich meine Marie, nicht sie persönlich.
Ich lächle, sie legt ihren Arm um mich. Ihre pechschwarzen Haare kommen mir so nah, dass sie meine Nase kitzeln.
Sie ist die Einzige, die mich in nüchternem Zustand berührt, abgesehen von einer herzlichen Begrüßung, meine ich.
Ich bin dankbar dafür. Es beweist, dass nicht jedem meine Nähe unangenehm ist.
Vielleicht ist sie einfach nur blind, bildlich gesprochen. Ich rede mir ein: Es stört sie einfach nicht. Auch dafür bin ich dankbar.

Flashback (Rückblitz) 2:
Ich rede über mich, unaufhörlich, ernüchtert, weil ich glaube, dass ich ihr sonst mit nichts imponieren kann. Ich erfinde eine Geschichte, wahrheitsgemäß, weil ich so schlecht lügen kann. Die Masche mit dem Künstler: Meine Ambitionen sind zwar aufrichtig, aber ich verschwende mein Potenzial völlig. Ich wäre gern ein Créateurs (jemand, der Dinge mehr oder weniger aus dem Nichts entstehen lässt), auch außerhalb meines Sandkastens. Ich erkläre ihr meine Ideen und Träume, mehr sind es nicht.
– Und was studierst du nochmal?
– Irgendwas-Wissenschaften.
– Cool.
Sie interessiert mich näher, aber ich weiß nicht, was mich näher an ihr interessiert.

Ohhhhhh Chihuahua

Natürliche Schönheit? Die dunkelbraunen Haare? Ich gestehe: über ihren Ausschnitt weiß ich mehr zu sagen.

But then I think I’ll spoil it all, by saying something stupid like: “I love you.”
Das hat nichts miteinander zu tun.

Flashback (Rückblende, wobei Rückblende die falsche Nuance (Feinheit/Detail (Feinheit (Die Scheisse lässt sich nicht so genau übersetzen!))) hat) 3:
– Ich kann auch die Nächste nehmen.
Was erhoffst du dir?
– Die wissen nicht, wohin, wie lustig!
Ihr Interesse galt zu keiner Zeit mir.
– Das liegt auf meinem Weg.
Sollte das wie eine Rechtfertigung klingen? Sie neigt den Kopf, um auf ihr Smartphone zu schauen und ich betrachte ihr blondes Haar, mehr ist da nicht.

And after aaaaaall, you’re my Sonderfaaaaaall.
Jetzt ist es nur noch ein Echo.

Ich fass es nicht, dass mein Mitbewohner so ein stinkendes Zeug essen kann. Man könnte meinen, er sei im Dschungel aufgewachsen. Die ganze verdammte Wohnung muss ich wieder durchlüften.
Mrz
21

Irgendwo am Eingang der Kneipe schenken sie jemandem etwas. Ich kann leider nicht an der Säule vorbei sehen, kann mich nur auf mein Ohr verlassen.
Immer wieder fordert man sie auf,  auf dem geschenkten Instrument etwas zu spielen. Trotz (oder vielleicht wegen) der Absurdität dieser Situation verzögert sich ihr Spiel um einige Minuten.
„Komm schon! Für Uns!“
„Wir warten!“
„Ja, gleich, ich muss noch stimmen!“
Heiter singen alle, nachdem sie die Melodie erkannt hatten, mit.
Ein Trost: Es befanden sich fast ausschließlich Musiker in Raum.

Ich saß irgendwo in der Ecke (versteckt hinter der Säule), aß unbekümmert mein Abendessen und trank mein Bier. Dass mich Gesellschaft immer zu Alkohol nötigt! Ich hasse den Geschmack von Bier!
Nachdem die Heuchelei („Ich war wirklich gerührt!“) endlich vorbei war, saß sich ein bekanntes Gesich zu mir an die Seite (Ich saß am Kopf des Tisches).
Anfangs lauschte ich noch ihren Gesprächen, vertiefte mich aber bald in mein Smartphone (Ein Segen, diese Geräte! Mit ihnen lässt sich jenes peinliche Gefühl der Abgesondertheit und Isolation fast mühelos überspielen. Das peinliche Gefühl permament beobachtet zu werden: Wie verflogen!).
Erst ein gemeinsames Anstoßen (initiiert von dem bekannten Gesicht) läßt mich wieder aufblicken.
„Auf das Leben!“, sagt sie während jeder sein Glas erhebt, ich etwas zeitversetzt, schließlich war ich abgelenkt.

Ich liebe sie, aber vielleicht finde ich auch nur ihre temporäre naive Art, ganz konträr zu ihrem sonst so äußerlich selbstbewussten Auftreten, süß.
Es ist ganz sicher auch die späte Stunde, welche mich immer sehr schnell sentimental werden lässt.
Ich kann das gut, dieses Schwärmen (besonders so spät am Abend!).
Schwärmen für ihre hervorpreschende Art, auch wenn ich sie sonst aufdringlich finde, kann mich problemlos in ihren großen, blassen Augen verirren und in ihren leichten Sommersprossen (ich stelle mir zumindest sie vor, sie hat welche) einen einzigartigen Charakterzug lesen, auch wenn ich sie zu jeder anderen Tageszeit eigentlich gar nicht so hübsch finde.
Sie ist sehr dürr, sehr groß und hat ein eher knochiges Gesicht. Der etwas eingezogene Mund lässt sie ein wenig wie ein Goldfisch aussehen, keineswegs negativ, aber wenn sie lächelt, wirkt ihr Lächeln dadurch immer leicht gedämpft,
dabei lächelt sie nicht selten.
Ihre dürre Statur lässt leider auch markantere Wesenszüge ihrer Weiblichkeit vermissen (zumindest vermute ich das, ich bin nicht Superman).
Trotzdem hat sie etwas sinnliches.
Aber es können nicht die Lippen sein, ich kann mich nach keiner Begegnung mehr an ihre Lippen erinnern, nur an die Form des Mundes.
Sie hat trotz ihrer Körpergröße relativ große Füße und leider auch sehr bleiche Beine (die Sommersprossen, die vermeintlichen, lenken immerhin von der Blässe ihres Gesichts ab).
Wie gesagt: Das alles von einem nüchternen Standpunkt aus betrachtet.
Ich verlor auch bald das Interesse an ihrer Nähe und beschäftigte mich weiterhin mit meiner persönlichen Neuerfindung des Rads.

Mag sein, ich tue ihr Unrecht, vor allem, da ich nur auf Äußerlichkeiten eingegangen bin, aber viel persönliches ist von dieser Art Mensch nur in höchst betrunkenem Zustand zu erfahren.
Ich verlor das Interesse in diesem Moment aber weder wegen ihres Charakters, oder ihres Aussehens. Sie brachte mir immer eine gewisse Sympathie entgegen, höfliche Sympathie sollte man sagen.
Ob sie meine (immerhin aufrichtige) Zuneigung nun bemerkte, oder nicht, kann ich nicht sagen, aber Annäherung bestrafte sie immer mit Schweigen, oder Ablenkung.
(Es ist schon wahr: Man kann sich da auch Gewissheit verschaffen, aber aus Angst tuen viele das nicht.)
Voller Terminkalender, bei spontanen Einfällen (geplante Vorhaben benötigten mehr Mut meinerseits, die Stunde des Mutes verschlafe ich aber meistens), oder zynisches Erwidern nach (auch hier: aufrichtigen) Komplimenten raubten mir das Interesse.

Immerhin langweilte ich sie nicht, da genug Dialogpartner am Tisch vorhanden waren. Ich war bald wieder in meinem Vakuum versunken.

Feb
29

Mit obligatorischem B A C H (allerdings transponiert) und ganz viel Teufelsmühle.